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Der Jahresauftakt 2026 war an den Kapitalmärkten von einer ungewöhnlich hohen Themenbreite geprägt: Während sich viele Investoren nach der starken Vorjahresrallye weiterhin an Wachstums- und Technologietiteln orientierten, sorgten zugleich geopolitische Nachrichten, geldpolitische Personalien und ausgeprägte Bewegungen bei Real Assets für ein insgesamt nervöseres Sentiment. Auffällig war dabei, dass sich Risiko und Rendite sehr unterschiedlich über Regionen und Anlageklassen verteilten: Neben den großen Aktienmärkten rückten vor allem Edelmetalle und Energiepreise als kurzfristige Volatilitätstreiber in den Vordergrund.
Im Januar spiegelten die großen Börsenindizes eine eher gemischte, insgesamt aber noch konstruktive Risikoneigung wider – trotz der teilweise massiven Rückgänge gegen Ende des Monats infolge vielfältiger geopolitischer Herausforderungen. Der DAX bewegte sich über den Monat per saldo nahezu seitwärts und lag am 30. Januar mit 24.538,81 Punkten praktisch auf dem Niveau des ersten Handelstags am 2. Januar (24.539,34 Punkte). In den USA stieg der Dow Jones Industrial Average von 48.382,39 Punkten (2. Januar) auf 48.892,47 Punkte (30. Januar), während der Nasdaq Composite im selben Zeitraum von 23.235,63 Punkten auf 23.461,82 Punkte zulegte. In Japan gewann der Nikkei 225 vom ersten verfügbaren Januar-Schlusskurs am 5. Januar (51.832,80 Punkte) bis zum 30. Januar (53.322,85 Punkte) ebenfalls spürbar an Boden. In der Summe ergab sich damit ein Bild moderater Monatsgewinne in den USA und Japan, während der deutsche Markt nach dem starken Jahresendspurt zunächst eine Atempause einlegte.
Technologiewerte und Emerging Markets im Fokus
Gleichzeitig zeigte sich zum Monatsende sehr deutlich, wie stark die kurzfristige Marktrichtung weiterhin von wenigen großen Technologiewerten abhängt. Im Zuge der laufenden Berichtssaison geriet der Tech-Sektor zeitweise unter Druck und zog die großen Indizes mit nach unten – insbesondere, weil die Erwartungen an Wachstum und KI-Monetarisierung in diesem Segment hoch sind und bereits kleine Enttäuschungen überproportionale Kursreaktionen auslösen können. Reuters berichtete in diesem Zusammenhang, dass Microsoft im abgelaufenen Quartal zwar rekordhohe Investitionen in KI-Infrastruktur auswies, das Wachstumstempo im Cloud-Geschäft jedoch nicht alle Erwartungen erfüllte, woraufhin die Aktie nachbörslich deutlich nachgab. In dieses Bild passten auch die Marktbewegungen im Vorfeld weiterer Megacap-Veröffentlichungen, bei denen Anleger kurzfristig Kursrisiken im Technologiesektor reduzierten und die großen US-Indizes entsprechend schwächer tendierten.
Parallel dazu setzte zu Jahresbeginn eine sichtbare Diversifikationsbewegung ein, von der insbesondere Emerging Markets profitierten. Ein schwächerer US-Dollar beschleunigte diesen Trend, da Währungsgewinne die in Dollar gemessenen Renditen vieler Emerging-Market-Anlagen zusätzlich stützten. Die Financial Times beschreibt, dass Emerging-Market-Aktien, -Anleihen und -Währungen einen sehr starken Start in das Jahr 2026 verzeichneten, und verweist dabei explizit auf den Rückgang des US-Dollars sowie die zunehmende Suche globaler Investoren nach Alternativen jenseits des US-Marktes. In der Konsequenz wurde die Marktphase zum Jahresauftakt weniger als ein einheitliches „Risk-on/Risk-off“-Szenario gehandelt, sondern eher als Rotation zwischen Regionen, Stilen und Währungen – ein Umfeld, in dem die Streuung der Ergebnisse zunimmt und die Bedeutung aktiver Risikosteuerung weiter wächst.
Positionierungen in stark gelaufenen Segmenten abgebaut
Bei den Real Assets rückten in den letzten Januartagen und zu Beginn des Februars vor allem Edelmetalle in den Fokus – allerdings mit einem abrupten Stimmungsumschwung. Nach zuvor sehr festen Notierungen kam es innerhalb weniger Tage zu einer kräftigen Korrektur: Laut der Financial Times fiel Gold Ende Januar in der Spitze um rund zwölf Prozent auf etwa 4.400 US-Dollar je Feinunze und erholte sich anschließend wieder, während Silber zwischenzeitlich um bis zu 40 Prozent auf etwas über 70 US-Dollar nachgab, bevor auch hier eine Gegenbewegung einsetzte. Parallel dazu zeigten auch die an den Terminmärkten gehandelten Notierungen hohe Schwankungen; als Orientierung lagen Gold-Futures am 2. Februar bei rund 4.780 US-Dollar und Silber-Futures bei rund 83 US-Dollar. Am Energiemarkt überwog ebenfalls Abgabedruck: WTI notierte am 2. Februar bei knapp 62 US-Dollar je Barrel, Brent bei rund 66 US-Dollar. Insgesamt unterstreicht diese Gleichzeitigkeit – fallende Edelmetalle und schwächere Ölpreise –, dass Anleger kurzfristig Risiken reduzierten und Positionierungen in stark gelaufenen Segmenten konsequent abbauten.
Auf der Makroseite bestätigten die Inflationsdaten zuletzt einen moderaten, aber weiterhin nicht vollständig abgeschlossenen Disinflationsprozess – mit wichtigen regionalen Unterschieden. Für die USA meldete das Bureau of Labor Statistics für Dezember 2025 einen Anstieg des CPI-U um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Euroraum lag die Teuerungsrate im Dezember 2025 laut Eurostat bei 1,9 Prozent (HVPI, Vorjahresvergleich), nachdem der Eurostat-Flash am 7. Januar noch zwei Prozent ausgewiesen hatte. Für Deutschland signalisierte Destatis für Januar 2026 vorläufig eine Inflationsrate von 2,1 Prozent (VPI, gegenüber dem Vorjahresmonat) sowie eine Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) von 2,5 Prozent. Damit bleibt Preisstabilität zwar grundsätzlich in Reichweite, die Daten zeigen jedoch weiterhin, dass der letzte Abschnitt auf dem Weg zurück zum Zielwert nicht linear verläuft und einzelne Komponenten – etwa Dienstleistungen – zäh bleiben können.
Industrie noch nicht nachhaltig aus dem Abschwung heraus
Konjunkturell deuteten Stimmungsindikatoren zum Jahresstart auf eine vorsichtige Stabilisierung hin, ohne bereits ein klares Szenario einer Wachstumsbeschleunigung zu liefern. Im Euroraum verharrte der HCOB Flash Eurozone Composite PMI im Januar bei 51,5 Punkten und signalisierte damit weiterhin eine moderate Expansion, allerdings mit nur geringer Dynamik. Deutschland zeigte im verarbeitenden Gewerbe eine Verbesserung, blieb aber noch unter der Wachstumsschwelle: Der HCOB Manufacturing PMI stieg im Januar auf 48,7 Punkte (nach 47,0 im Dezember). Am Arbeitsmarkt wiederum waren die Signale differenziert: In den USA veränderten sich Beschäftigung und Arbeitslosenquote im Dezember laut BLS nur wenig; die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent, die Zahl der neu geschaffenen Stellen bei rund 50.000. Für Deutschland berichtete die Bundesagentur für Arbeit für Dezember 2025 einen saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 2,908 Millionen; die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent. Zusammengenommen spricht dies für eine robuste Grundverfassung der Arbeitsmärkte, während die Industrie – insbesondere in Europa – noch nicht nachhaltig aus dem Abschwung herausgefunden hat.
Für die kommenden Monate bleibt damit entscheidend, wie sich drei Faktoren zueinander verhalten: Erstens, ob die Inflation weiter zurückgeht, ohne dass sich der Arbeitsmarkt deutlich eintrübt; zweitens, ob die Frühindikatoren (insbesondere die PMIs) aus einer Phase der Stabilisierung in eine echte Belebung übergehen; und drittens, ob geopolitische und geldpolitische Impulse – zuletzt sichtbar an den extremen Bewegungen bei Gold und Silber – die Risikoprämien an den Märkten erneut spürbar nach oben treiben. In einem solchen Umfeld dürfte 2026 weniger durch eine einheitliche Marktbewegung geprägt sein, sondern stärker durch Stil- und Sektorrotationen, eine höhere Bedeutung von Währungseffekten sowie einen erneut wachsenden Stellenwert aktiver Risikosteuerung.
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Unsere Dachfonds ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio (WKN: A1C699 / ISIN: DE000A1C6992), ARGENTUM Performance Navigator (WKN: A0MY0T / ISIN: DE000A0MY0T1) und ARGENTUM Dynamic Future (WKN: A2P1XJ / ISIN: DE000A2P1XJ6) haben das vergangene Jahr mit einem unterschiedlichen Bild abgeschlossen. Im Dezember verzeichnete das defensiv ausgerichtete ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio eine Performance von 1,16 Prozent und zeigt somit für das Gesamtjahr eine Wertentwicklung von 2,02 Prozent. Auch der ausgewogene ARGENTUM Performance Navigator war erfolgreich und schloss, nach 0,96 Prozent Gewinn im Dezember, das vergangene Jahr mit einem Plus von 6,12 Prozent ab. Der offensivere ARGENTUM Dynamic Future korrigierte im Dezember nochmals um 0,14 Prozent und verlor im Gesamt 8,25 Prozent.
Der ARGENTUM Dynamic Future, der gezielt in chancenreiche US-Marktwerte investiert, sah sich im vergangenen Jahr einem besonders schwierigen Umfeld gegenüber. Hauptursache für die schwächere Performance war der US-Zollknall und die daraus resultierende Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Da ein wesentlicher Teil der US-Marktwerte in US-Dollar notiert ist, wirkten sich Wechselkurseffekte für Euro-Anleger deutlich negativ aus und führten zu einer spürbaren relativen Underperformance wachstumsorientierter Strategien.
Weitere Belastungsfaktoren waren Zins- und Bewertungsdiskussionen sowie politische und geopolitische Unsicherheiten. Gerade in einem Umfeld erhöhter oder länger hoch bleibender Realzinsen werden die erwarteten Gewinne künftiger Jahre stärker abgezinst, was zusätzlichen Bewertungsdruck erzeugt – selbst wenn die langfristigen Wachstumsperspektiven einzelner Unternehmen intakt bleiben.
Zusätzlich führten Unsicherheiten rund um handelspolitische Maßnahmen – insbesondere die Diskussion um protektionistische Tendenzen – zu Zurückhaltung bei Geschäftsmodellen, die auf global vernetzte Lieferketten, internationale Absatzmärkte oder eine hohe Abhängigkeit von Technologieimporten angewiesen sind. In solchen Phasen steigt die Risikoprämie: Investoren bevorzugen kurzfristig planbarere Cashflows, etablierte Branchen oder defensive Segmente, während dynamische US-Marktwerte überdurchschnittlich korrigieren können.
Geopolitische Herausforderungen und die damit verbundenen Schwankungen bei Energiepreisen, Transportkosten oder strategischen Rohstoffen erhöhten die Unsicherheit zusätzlich. Unternehmen aus Bereichen wie Digitalisierung, Automatisierung, erneuerbare Energien oder Gesundheitstechnologie sind häufig kapitalintensiv, investieren stark in Forschung, Skalierung und Markterschließung und reagieren daher sensibel auf Veränderungen in den Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig ist das Marktumfeld vieler US-Marktwerte von hohen Erwartungen geprägt. Wenn diese Erwartungen nur leicht abgeschwächt werden oder das Wachstum zeitweise hinter den ambitionierten Prognosen zurückbleibt, reagiert die Börse oft mit überproportionalen Kursanpassungen. Das erklärt, warum ein Portfolio mit klarem Fokus auf US-Marktwerte in einem Jahr, das von Unsicherheit, höheren Diskontierungssätzen und wechselnden politischen Impulsen geprägt war, hinter breit diversifizierten oder defensiven Ansätzen zurückbleiben konnte.
Gerade in Marktphasen mit gemischten Vorzeichen, in denen einige Segmente bereits kräftig gelaufen sind, andere noch mit den Nachwirkungen schwieriger Monate ringen, kommt diese Rolle als Risikomanager besonders zum Tragen. Kurzfristige Rückgänge einzelner Strategien sind in einem solchen Setup nicht zu vermeiden, jedoch bleiben sie eingebettet in eine Struktur, die auf Ausgleich über längere Zeiträume angelegt ist. Das ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio stellt dabei den ruhigen Pol, der kurzfristige Schwankungen bewusst begrenzt und die Gesamtvolatilität dämpft. Der ARGENTUM Performance Navigator fungiert als ausgewogene Mitte, die Renditechancen und Risikokontrolle verbindet, während der ARGENTUM Dynamic Future gezielt das Segment adressiert, in dem sich langfristige Wachstumsthemen und Marktchancen entfalten können. Wer ein solches Gerüst im Portfolio nutzt, verschiebt den Fokus von der Frage „Wie war dieser eine Monat?“ hin zur wichtigeren Perspektive „Wie robust ist mein Weg durch unterschiedliche Marktphasen?“. Genau auf diese Robustheit sind die ARGENTUM-Dachfonds ausgerichtet: als langfristige Begleiter, die Schwankungen nicht ausblenden, sondern so steuern, dass aus ihnen Chancen für die nächste Etappe entstehen können.
Für die kommenden Jahre spricht zudem, dass die geldpolitische Diskussion tendenziell weniger restriktiv werden könnte, sofern der Inflationspfad weiter in Richtung Zielniveau verläuft. In einem solchen Szenario gewinnen Wachstums- und Innovationsunternehmen wieder an relativer Attraktivität, weil der Gegenwind durch hohe Realzinsen und strenge Finanzierungsbedingungen nachlässt. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass Innovationswellen nicht linear verlaufen: Phasen der Übertreibung und anschließender Konsolidierung sind typisch, bevor sich die Gewinner klarer herauskristallisieren. Für einen Fondsansatz, der US-Marktwerte als langfristiges Strukturthema versteht und über aktive Selektion sowie Risikosteuerung in die überzeugendsten Unternehmen und Technologien investiert, kann genau diese Konsolidierungsphase die Grundlage für die nächste Wachstumsphase bilden.
Die schwächere Entwicklung des ARGENTUM Dynamic Future im vergangenen Jahr ist vor allem Ausdruck eines herausfordernden Marktregimes für Wachstums- und Trendwerte – insbesondere getrieben durch den US-Zollknall und die USD-Abwertung – und weniger ein Hinweis darauf, dass die zugrunde liegenden Chancen an Relevanz verlieren. Für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont bleibt der Fokus auf strukturelle Zukunftsthemen ein sinnvoller Baustein, weil er Zugang zu Bereichen eröffnet, die potenziell überdurchschnittliches Wachstum bieten und von tiefgreifenden Transformationen getragen werden. Entscheidend ist dabei die Bereitschaft, kurzfristige Schwankungen in Kauf zu nehmen, um langfristig an den Gewinnern dieser Transformationsprozesse partizipieren zu können.



Im Hintergrund der täglichen Marktbewegungen haben sich im Januar mehrere Themen herauskristallisiert, die weniger als unmittelbare Kurstreiber wirken, aber die strategische Großwetterlage für 2026 prägen. Gerade in einer Phase, in der Investoren stark auf einzelne Datenpunkte und Unternehmensmeldungen reagieren, sind solche „Rahmenthemen“ entscheidend, weil sie Erwartungen zu Wachstum, Inflation, Zinsen und Risikoprämien strukturieren – und damit erklären, warum Märkte in kurzer Folge zwischen Zuversicht und Vorsicht wechseln.
Ein zentraler Fixpunkt war das Weltwirtschaftsforum in Davos. Das Annual Meeting fand vom 19. bis 23. Januar 2026 statt und brachte erneut politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zusammen, die insbesondere über Wachstumsperspektiven, Innovation und geopolitische Zusammenarbeit diskutierten. In dieser Kulisse wurde die Rede von US-Präsident Donald Trump international stark beachtet, auch weil sie einen breiten Bogen von wirtschaftspolitischen Leitlinien bis hin zu strategischen Fragen der internationalen Ordnung spannte. Medienberichte heben dabei hervor, dass Trump im Kontext der Grönland-Debatte zwar eine klare US-Position formulierte, zugleich aber den Einsatz militärischer Gewalt verneinte; an den Märkten wurde dies teilweise als kurzfristig beruhigendes Signal interpretiert, da es die wahrgenommene Eskalationswahrscheinlichkeit zumindest rhetorisch dämpfte. Entscheidend ist hierbei weniger die einzelne Aussage als vielmehr ihre Wirkung auf die Risikowahrnehmung: In einem Umfeld, in dem Politik und Geopolitik wieder sichtbarer in die Preisbildung zurückkehren, können bereits Tonalitätswechsel die Risikoprämien spürbar verschieben.
EU-Indien-Abkommen für Anleger interessant
Handelspolitisch passte in dieses Bild die Dynamik rund um das EU-Indien-Abkommen. Nach nahezu zwei Jahrzehnten wechselhafter Verhandlungen wurde Ende Januar eine Einigung erzielt, die den Abbau beziehungsweise die deutliche Reduktion von Zöllen über einen großen Teil des bilateralen Warenverkehrs vorsieht. Besonders markant ist der Bereich Automobile: Die Europäische Kommission erläutert, dass Indien die Zölle auf Pkw schrittweise von derzeit bis zu 110 Prozent auf bis zu zehn Prozent senken soll; auch für Teile und weitere Industriegüter sind weitreichende Erleichterungen vorgesehen. Für Anleger ist dies in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens stärkt das Abkommen die Perspektive, dass sich neue Handelsachsen und Partnerschaften vertiefen, selbst wenn in anderen Regionen protektionistische Töne zunehmen. Zweitens wirkt der Deal als Signal für Unternehmen mit internationaler Wertschöpfungskette: Wo Planbarkeit in Regulierung und Marktöffnung steigt, sinkt typischerweise die Unsicherheitsprämie – ein Punkt, der gerade in zyklischen Sektoren und exportorientierten Branchen an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig bleibt der Hinweis wichtig, dass die Vereinbarung noch Ratifizierungsprozesse durchlaufen muss, sodass Zeitplan und konkrete Umsetzung weiterhin Beobachtungsthemen bleiben.
Kevin Warsh soll US-Fed-Chef werden
Ein drittes Thema, das 2026 über die reine Tagesvolatilität hinausreicht, ist die Personaldiskussion an der Spitze der US-Notenbank. In den vergangenen Tagen berichteten mehrere große Medien, dass Donald Trump Kevin Warsh als nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve vorgeschlagen hat; Warsh würde Jerome Powell nach dessen Amtszeit ablösen, die im Mai ausläuft, sofern die Nominierung vom Senat bestätigt wird. Für die Märkte ist dabei weniger die Person als solche entscheidend, sondern das Zusammenspiel aus erwarteter geldpolitischer Linie und institutioneller Wahrnehmung. Notenbankunabhängigkeit, Kommunikation und die Glaubwürdigkeit der Inflationsbekämpfung sind zentrale Pfeiler der Erwartungsbildung an Zins- und Devisenmärkten. Sobald Investoren hier Unsicherheit wahrnehmen, kann dies kurzfristig die Volatilität erhöhen – selbst wenn sich am realwirtschaftlichen Grundbild zunächst wenig ändert.
Vor diesem Hintergrund ergibt sich für 2026: Die Märkte bleiben grundsätzlich offen für Chancen, handeln aber stärker ereignisgetrieben und reagieren schneller auf politische Signale und Handelsnachrichten. Das spricht für eine Phase, in der regionale Differenzierung, Währungseffekte und die Qualität der Unternehmensgewinne wieder stärker in den Vordergrund rücken. Gerade deshalb lohnt es sich, über den Tageslärm hinaus die großen Linien im Blick zu behalten: Davos als Stimmungs- und Signallage der internationalen Politik, die Neuordnung von Handelsbeziehungen wie im Fall EU–Indien und die Frage, wie stabil und berechenbar der geldpolitische Rahmen in den USA bleibt. Zusammengenommen sind dies Faktoren, die nicht jeden Tag Kurse bewegen, aber häufig darüber entscheiden, wie hoch Risikoprämien ausfallen und ob Marktbewegungen eher als Konsolidierung in einem konstruktiven Umfeld oder als Vorbote eines anspruchsvolleren Marktregimes einzuordnen sind.
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