Navigieren in unruhigen Zeiten: Rückblick und Ausblick zum ersten Quartal 2026

Der März 2026 stand an den Märkten im Zeichen eines Spannungsfelds, das sich über den Monat hinweg immer wieder neu auflud: Einerseits blieben viele Unternehmenszahlen belastbar, andererseits erhöhte das Zusammenspiel aus geopolitischem Risiko, Energiepreisschocks und neu sortierten Zinserwartungen die Schwankungsanfälligkeit spürbar. Diese Grundspannung prägte auch den deutschen Aktienmarkt. Der DAX schloss den Monat am 31. März bei 22.680,04 Punkten.

In den USA endete der Handelstag am selben Datum mit einer kräftigen Gegenbewegung: Der Dow Jones Industrial Average stieg auf 46.341,51 Punkte, der S&P 500 auf 6.528,52 Punkte und der Nasdaq Composite auf 21.590,63 Punkte. Der Kursverlauf im März zeigte damit weniger einen geraden Trend als eine Abfolge aus Schock, Neubewertung und kurzfristiger Entspannung, die häufig von Schlagzeilen und Energiepreisen getrieben war.

Makroökonomie und Geldpolitik

 

Makroökonomisch blieb die Lage in einem Bereich, der für die Notenbanken unbequem ist: Die Inflation ging nicht aus dem Blickfeld, ohne dass sie ein klares Zinssenkungsfenster öffnete. In den USA lagen die Verbraucherpreise im Februar 2026 um 2,4 Prozent über dem Vorjahr, die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) bei 2,5 Prozent. Für den Euroraum erwartete Eurostat für Februar 2026 eine Inflationsrate von 1,9 Prozent nach 1,7 Prozent im Januar. Diese Zahlen erklären, warum die Geldpolitik im März vor allem durch Zurückhaltung geprägt war. In den USA beließ die Fed den Leitzins im März unverändert und signalisierte, dass eine weitere Lockerung bei anhaltend zäher Inflation vorsichtig dosiert werden dürfte. Auch im Euroraum blieb der Kurs abwartend; die EZB hielt die drei Leitzinsen im März unverändert. Konjunkturell passte hierzu ein Bild nachlassender Dynamik im Dienstleistungsbereich bei gleichzeitig besseren Signalen aus der Industrie: Der Eurozone Composite PMI fiel im März auf 50,5 Punkte, was nur noch für eine sehr geringe Expansion steht.

Sektoren und Geopolitik

 

Vor diesem Hintergrund wurde der Technologiesektor im Monatsverlauf zu einem besonders sensiblen Seismografen. Die Fundamentaldaten vieler Schwergewichte blieben zwar solide, doch die Diskussion verlagerte sich spürbar auf die Kosten der KI-Infrastruktur und die Frage, wie schnell sich die Investitionen in Ertragskraft übersetzen. In solchen Phasen genügt häufig eine kleine Enttäuschung im Ausblick, um Bewertungsprämien zu verkleinern und eine Rotation in defensivere Segmente auszulösen. Das war im März mehrfach zu beobachten, als Anleger einen Teil des Risikos aus stark gelaufenen Wachstumswerten in Bereiche mit stabileren Cashflows umlagerten.

 

Der zentrale Verstärker der Volatilität blieb jedoch der geopolitische „Iran-Schock“. Die Märkte handelten die Lage weniger als singuläres Ereignis, sondern als fortlaufenden Risikofaktor, der jederzeit über Energiepreise, Lieferketten und Inflationserwartungen in die Vermögenspreise durchschlägt. Genau dieser Kanal wurde im März immer wieder sichtbar, weil die Sorge um die Ölversorgung zeitweise ein Preisniveau deutlich über 100 US-Dollar je Barrel rechtfertigte und damit die Perspektive sinkender Zinsen zusätzlich erschwerte.

Rohstoffe und Edelmetalle

 

Bei Edelmetallen zeigte sich diese Abwägung besonders deutlich. Gold blieb zwar als Krisenbarometer präsent, doch die Kombination aus höheren (oder länger hoch erwarteten) Zinsen und einem starken Energieimpuls kann die klassische „Sicherer Hafen“-Logik kurzfristig überlagern. Zum Quartalsende schlossen Gold-Futures bei 4.647,60 US-Dollar je Feinunze, Silber bei 74,69 US-Dollar. Damit war der Monat weniger durch eine stetige Flucht in Sicherheit geprägt als durch eine laufende Neubewertung, wie viel Absicherung Anleger benötigen und welchen Preis sie dafür in Form entgangener Zinsen akzeptieren.

 

Ausblick: Hoffnung auf rasche Zinssenkungen gedämpft

 

Der starke Energieimpuls war im März der Kanal, über den sich geopolitisches Risiko am direktesten in die Erwartungen für Wachstum, Inflation und Geldpolitik übersetzte. Brent legte laut Barron’s im Monatsverlauf deutlich zu und notierte zum Quartalsende wieder oberhalb der Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Die Folge war eine spürbare Verschiebung der Markterwartungen: Mit steigenden Energie- und Transportkosten wächst die Sorge, dass der zuletzt erreichte Disinflationsfortschritt wieder an Tempo verliert, während das Wachstum gleichzeitig unter Druck gerät. Das BlackRock Investment Institute verweist explizit darauf, dass der Ölpreisschub die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA zurückdrängt.

 

Der März endete somit in einem Marktregime, das sich als „Tanz auf dem Vulkan“ beschreiben lässt. Wir möchten Sie daher weiterhin zu Ruhe und Gelassenheit aufrufen. Wir werden die Entwicklungen eng beobachten und schnell sowie konsequent in das Fondsmanagement eingreifen, wenn es notwendig erscheint. Wir arbeiten daran, Ihr Vermögen sicher durch diese Phase zu navigieren.

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ARGENTUM Fonds

Unsere Dachfonds ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio (WKN: A1C699 / ISIN: DE000A1C6992), ARGENTUM Performance Navigator (WKN: A0MY0T / ISIN: DE000A0MY0T1) und ARGENTUM Dynamic Future (WKN: A2P1XJ / ISIN: DE000A2P1XJ6) haben den Februar allesamt mit einer negativen Wertentwicklung abgeschlossen. Während das ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio als defensive Strategie 2,78 Prozent verlor, verzeichnete der ausgewogene ARGENTUM Performance Navigator ein Minus von 7,46 Prozent, und auch der ARGENTUM Dynamic Future gab um 8,96 Prozent nach.

Diese Momentaufnahme ist vor allem Ausdruck eines außergewöhnlich anspruchsvollen Marktmonats, nicht aber ein Urteil über die Substanz der Strategien. Der März war von einer Kombination aus geopolitischer Eskalation, sprunghafter Rohstoff- und Energiepreisentwicklung sowie einer erneuten Neubewertung der Zinserwartungen geprägt – wodurch Risikoanlagen typischerweise synchroner reagieren, Korrelationen ansteigen und selbst grundsätzlich robuste Portfoliokonzepte kurzfristig unter Druck geraten können. Gerade Dachfonds, die verschiedene Anlagebausteine bündeln, sind in solchen Phasen nicht davor geschützt, dass breit angelegte Marktbewegungen auf viele Segmente zugleich durchschlagen. Ihr Vorteil liegt vielmehr darin, dass sie solche Regime nicht „aussitzen“ müssen, sondern über Streuung, laufende Steuerung und disziplinierte Anpassungen darauf ausgerichtet sind, Stabilität über den Zyklus hinweg zu erzeugen, auch wenn einzelne Monate deutlich schwanken.

Wichtig ist dabei die Perspektive: Wer langfristig investiert, misst Erfolg nicht an einem einzelnen Monat, sondern daran, ob der Anlageprozess in wechselnden Marktregimen tragfähig bleibt. Rückgänge wie im März sind deshalb nicht nur Belastungsprobe, sondern auch Teil der Funktionslogik kapitalmarktnaher Anlagen. Gerade in Phasen, in denen Unsicherheit kurzfristig dominiert und Risiko „abverkauft“ wird, entstehen häufig Bewertungsniveaus, die für geduldige Anleger attraktiver sind als in ruhigen Märkten. Sinkende Kurse bedeuten im Kern, dass künftige Ertragschancen zu günstigeren Preisen eingekauft werden können, sofern die strategische Ausrichtung intakt bleibt und die Risikotragfähigkeit des Anlegers gegeben ist.

Vor diesem Hintergrund kann der März als Gelegenheit verstanden werden, die eigene Positionierung zu stärken und Investmentchancen zu ergreifen. Wer seine Dachfonds als langfristigen Baustein für Vermögensschutz und -entwicklung begreift, kann Rücksetzer nutzen, um diszipliniert nachzukaufen oder planmäßige Spar- und Aufstockungsentscheidungen umzusetzen – denn der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf. Entscheidend ist weniger der Versuch, den „perfekten“ Einstiegszeitpunkt zu treffen, sondern konsequent zu investieren, wenn Bewertungen wieder günstiger werden und die Risikoprämien steigen. Gerade dann kann sich langfristig der Vorteil eines strukturierten, breit gestreuten Dachfondsansatzes zeigen: Er ermöglicht, auch in unruhigen Phasen investierbar zu bleiben und den Fokus auf das zu richten, was Vermögen über die Zeit trägt: einen klaren Prozess, robuste Diversifikation und die Bereitschaft, kurzfristige Schwankungen zugunsten langfristiger Ziele auszuhalten.

Unser Ausblick

Jenseits der Tagesbewegungen wurden im März mehrere politische Leitplanken sichtbarer, die das Anlageumfeld derzeit prägen, ohne in jeder Sitzung unmittelbar Kurse zu machen. So wird aktuell die Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland diskutiert. Diese Debatte ist zwar nicht relevant für Marktbewegungen im Tagesrhythmus, kann aber langfristige Kapitalflüsse beeinflussen. Wenn der Gesetzgeber eine neue Struktur für die private Vorsorge etabliert, verändert das mittelbar die Nachfrage nach Vorsorgeprodukten, die Rolle kapitalmarktnaher Lösungen und die Bedeutung langfristiger, breit gestreuter Anlagen.

 

Inflations- und Margenannahmen können schneller schwanken

 

Ein wichtiger Block betrifft die US-Handels- und Sanktionspolitik. Die Diskussion um einen globalen Basiszollsatz von zehn Prozent und die gleichzeitigen Überlegungen, Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern, stehen exemplarisch für eine Phase, in der wirtschaftspolitische Entscheidungen wieder stärker als Risiko- und Preistreiber wirken. Für Unternehmen erhöht das die Planungsunsicherheit, weil Handelskosten, Lieferketten und Preissetzung nicht nur von der Nachfrage, sondern von politischen Parametern abhängen.

Für die Kapitalmärkte bedeutet es, dass Inflations- und Margenannahmen schneller schwanken können, selbst wenn die reale Konjunktur zunächst stabil bleibt. Ein zweites Thema ist die wachsende Bedeutung neuer Handelsachsen als Gegenbewegung zu protektionistischen Tendenzen. Wenn die EU parallel sowohl ein Mercosur-Abkommen vorantreibt als auch ein Freihandelsabkommen mit Indien erreicht, geht es ökonomisch nicht nur um Zölle, sondern um Resilienz: Unternehmen erhalten perspektivisch mehr Optionen bei Absatz- und Beschaffungsmärkten, und Europa versucht, seine wirtschaftliche Vernetzung breiter aufzustellen. Für Anleger ist das ein mittel- bis langfristiger Faktor, weil sich daraus Investitionsströme, Wettbewerbspositionen und Gewinnpfade verändern können – vor allem in Branchen, die stark vom internationalen Handel und damit von ungestörten Logistik- und Lieferketten abhängen.

 

Erleichterungen bei russischem Öl?

 

Auch die handelspolitische und sanktionspolitische Gemengelage gewann im März an Bedeutung, weil sie die Inflations- und Wachstumserwartungen zusätzlich auflädt – unabhängig davon, wie sich die Konjunktur im engeren Sinne entwickelt. Nach der Supreme-Court-Entscheidung zu früheren Zollmaßnahmen setzte die US-Regierung laut iShares/BlackRock auf einen globalen Basiszollsatz von zunächst zehn Prozent, der die Kosten- und Preiskalkulation internationaler Lieferketten unmittelbar beeinflusst.

Parallel dazu wurde in der Energiepolitik sichtbar, wie stark geopolitische Lage und Versorgungssicherheit die Sanktionsarchitektur überlagern können: In der Berichterstattung wurde thematisiert, dass Erleichterungen bei russischem Öl als temporäres Stabilisierungselement für den Weltenergiemarkt erwogen beziehungsweise umgesetzt wurden, ohne dass dies eine grundsätzliche Abkehr von der Russlandpolitik bedeuten muss. Für Anleger bedeutet diese Kombination aus Zollregimen und flexibel gehandhabten Energiesanktionen vor allem eines: Planbarkeit wird selbst bei grundsätzlich soliden Fundamentaldaten knapper, weil politische Parameter schneller wechseln können und damit Margen, Inflationserwartungen und Risikoprämien häufiger neu austariert werden müssen.

 

Regeln, breite Streuung und disziplinierten Prozess in den Mittelpunkt stellen

 

In einem Umfeld, in dem geopolitische Risiken und Energiepreise die Risikoprämien immer wieder nach oben treiben, gewinnt damit ein Gedanke an Gewicht, der über den abgelaufenen Monat hinausweist: Stabilität entsteht weniger durch das Vermeiden von Marktphasen, sondern durch Regeln, Streuung und einen Anlageprozess, der auch in unruhigen Regimen investierbar bleibt.

Langfristig bedeutet diese Strategie der Stabilität vor allem eines: Sie schafft die Voraussetzung, Vermögen nicht nur gegen kurzfristige Schocks zu schützen, sondern es über Zyklen hinweg planbar weiterzuentwickeln. Wer Regeln, breite Streuung und einen disziplinierten Prozess in den Mittelpunkt stellt, reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Marktphasen und vermeidet, dass emotionale Entscheidungen in hektischen Momenten die langfristige Zielerreichung gefährden. Gerade in einem Umfeld, in dem sich Risikoprämien durch Politik, Energiepreise und Zinsen immer wieder sprunghaft verschieben, ist Stabilität kein Verzicht auf Chancen, sondern die Grundlage dafür, Chancen verlässlich nutzen zu können – weil das Portfolio auch dann handlungsfähig bleibt, wenn die Märkte unruhig werden.

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