Tech-Korrektur prägt den Oktoberabschluss

Der Oktober endete mit einer deutlichen Neubewertung großer Technologieunternehmen. Enttäuschende Quartalszahlen und weiter steigende Ausgaben für Künstliche Intelligenz belasteten vor allem den Nasdaq, während sich der DAX und der Dow Jones über den gesamten Monat gerechnet besser entwickelten. Gleichzeitig pausierten die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank nach ihren Zinserhöhungen im September. Die Konjunkturdaten blieben robust, während die Ölpreise durch die anhaltenden Risiken rund um den Iran-Konflikt erneut kräftig stiegen.

An den Aktienmärkten entwickelte sich der Oktober regional und sektoral sehr unterschiedlich. Der DAX schloss am 30. Oktober bei 25.818,21 Punkten und verlor am letzten Handelstag 0,85 Prozent. Gegenüber dem Schlussstand vom 30. September bei 25.199,19 Punkten ergibt sich dennoch ein Monatsgewinn von 2,46 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der deutsche Leitindex damit 5,42 Prozent höher. In den Vereinigten Staaten fiel die Monatsbilanz schwächer aus. Der S&P 500 schloss bei 7.580,07 Punkten und verlor gegenüber Ende September 0,93 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average erreichte 51.770,31 Punkte und gewann im Oktober 1,70 Prozent. Seit Jahresbeginn stehen der S&P 500 und der Dow damit 10,7 beziehungsweise 7,7 Prozent im Plus. Besonders stark geriet der Technologiesektor unter Druck. Der Nasdaq Composite fiel im Oktober um 5,30 Prozent auf 25.437,00 Punkte. Allein am 30. Oktober verlor der Index 2,86 Prozent. Seit Jahresbeginn verbleibt ein Plus von 9,4 Prozent. Auch der japanische Nikkei 225 gab im Oktober deutlich nach. Er schloss am 30. Oktober bei 63.290,11 Punkten, verlor an diesem Tag 2,12 Prozent und lag damit 5,19 Prozent unter seinem September-Schlussstand.

Große Technologieunternehmen geraten erneut unter Bewertungsdruck

 

Die Schwäche des Nasdaq konzentrierte sich zum Monatsende auf Unternehmen, bei denen Anleger die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz zunehmend mit den bereits erzielten Einnahmen vergleichen. Alphabet verlor am 29. Oktober 12,6 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Tagesrückgang seit mehr als zwei Jahrzehnten. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden US-Dollar, verfehlte damit aber knapp die Markterwartungen. Zugleich erhöhten die weiter steigenden Investitionen in die KI-Infrastruktur die Skepsis gegenüber der Bewertung. Am 30. Oktober setzte sich die Korrektur fort: Intel verlor 28,6 Prozent, nachdem der Konzern einen enttäuschenden Gewinnausblick veröffentlicht hatte. Nvidia gab 4,2 Prozent nach. Auch Amazon geriet unter Druck, obwohl das Cloud-Geschäft deutlich wuchs. Der Konzern meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 201,94 Milliarden US-Dollar und plant für das laufende Jahr Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar, die zu einem erheblichen Teil in Rechenzentren und KI-Infrastruktur fließen sollen. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Verlusten. Im regulären Handel am 30. Oktober gab sie schließlich um 1,4 Prozent nach.

Fed unterbricht ihren Zinserhöhungszyklus

 

Nach der Zinserhöhung im September beließ die Federal Reserve den Zielkorridor am 28. Oktober bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Der Beschluss fiel mit zehn zu zwei Stimmen. Die Mehrheit entschied sich für eine Pause, obwohl die Fed die Inflation weiterhin als erhöht bezeichnet und die wirtschaftliche Aktivität nach eigener Einschätzung kräftig expandiert. Die jüngsten Wirtschaftsdaten erklären diese vorsichtige Haltung: Das reale US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal annualisiert um 3,4 Prozent, nach 2,2 Prozent im zweiten Quartal. Investitionen und Konsumausgaben legten zu, während die Exporte zurückgingen. Die US-amerikanische Wirtschaft entwickelte sich damit im Sommer stärkere, als viele Prognosen erwartet hatten. Gleichzeitig blieb der Preisauftrieb deutlich oberhalb des Fed-Ziels. Der PCE-Preisindex stieg im September gegenüber August um 0,5 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,6 Prozent. Ohne Nahrungsmittel und Energie betrug die Jahresteuerung 3,1 Prozent. Die nominalen Konsumausgaben nahmen um 0,5 Prozent zu, preisbereinigt stagnierten sie nahezu. Die Einkommen erhöhten sich lediglich um 0,2 Prozent.

Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen gingen zum Monatsende trotz der weiterhin erhöhten Inflation zurück. Die zehnjährige Treasury rentierte am 30. Oktober bei 4,98 Prozent, die 30-jährige bei 5,32 Prozent. Ende September hatten die entsprechenden Werte noch bei 5,29 und 5,64 Prozent gelegen. Während der Tech-Korrektur stieg die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen, was den Renditerückgang unterstützte. Die Aussicht auf schnelle Zinssenkungen bleibt angesichts der Inflationsdaten dennoch gering.

EZB wartet nach der September-Anhebung ab

 

Auch die Europäische Zentralbank ließ ihre Leitzinsen am 29. Oktober unverändert. Der Einlagesatz bleibt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Die EZB verwies auf die weiter gestiegenen Energiepreise, die den Inflationsausblick belasten und zugleich das Wirtschaftswachstum bremsen können. Zugleich blieb die zugrunde liegende Inflation nach Einschätzung der Notenbank stabil. Die Konjunkturdaten für den Euroraum fielen besser aus, als viele Stimmungsindikatoren vermuten ließen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und lag 1,3 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,6 Prozent zugelegt, während die Inflation Ende September bei 3,8 Prozent lag.

Deutsche Wirtschaft wächst weiter, Inflation lässt nach

 

Auch in Deutschland setzte sich die leichte konjunkturelle Erholung fort. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 lag die Wirtschaftsleistung preisbereinigt 1,3 Prozent höher. Der Konsum entwickelte sich leicht positiv, während die Investitionen zurückgingen und die zuvor dynamischen Exporte an Schwung verloren. Der ifo-Geschäftsklimaindex erhöhte sich im Oktober von 89,9 auf 90,2 Punkte. Die Unternehmen blickten zuversichtlicher auf die kommenden Monate, bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage aber etwas schwächer. In der Industrie lagen die entsprechenden Indikatoren erstmals seit mehr als drei Jahren wieder im positiven Bereich, und auch die Auftragseingänge nahmen zu. Bei den Verbraucherpreisen entspannte sich die Lage gegenüber September. Nach vorläufigen Angaben von Destatis lag die deutsche Inflationsrate im Oktober bei 2,8 Prozent, nach 3,3 Prozent im Vormonat. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie ging von 2,4 auf 2,1 Prozent zurück. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 12,2 Prozent, nachdem der entsprechende Anstieg im September 14,9 Prozent betragen hatte. Gegenüber September sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,2 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds beurteilt die Weltwirtschaft weiterhin als widerstandsfähig, sieht die Belastungen jedoch zunehmen. Im Oktober-Weltwirtschaftsausblick erwartet der IWF für 2026 ein globales Wachstum von 3,1 Prozent und für 2027 eine Beschleunigung auf 3,4 Prozent. Die globale Inflation soll 2026 bei 4,7 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 4,1 Prozent zurückgehen. Als Risiken nennt der Fonds unter anderem eine weitere Eskalation geopolitischer Konflikte, ebenso eine stärkere Korrektur der hohen Erwartungen an Künstliche Intelligenz sowie empfindliche Reaktionen hoch verschuldeter Staaten auf dauerhaft hohe Zinsen.

Öl steigt stark, Gold und Silber verlieren weiter

 

An den Rohstoffmärkten blieb der Iran-Konflikt der wichtigste Einflussfaktor. Am 30. Oktober wurde ein Tanker in der Straße von Hormus durch Sprengsätze beschädigt, während gleichzeitig neue Angriffe auf Energieanlagen in Saudi-Arabien gemeldet wurden. Händler reagierten mit höheren Preisen, da weiterhin ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels von der sicheren Passage durch die Region abhängt. Der am 30. Oktober auslaufende Dezember-Kontrakt für Brent schloss bei 117,64 US-Dollar je Barrel. Der stärker gehandelte Januar-Kontrakt lag bei 113,43 US-Dollar. WTI beendete den Handel bei 104,12 US-Dollar. Damit lagen die Ölpreise zum Monatsende erneut deutlich oberhalb ihrer Septemberstände.

Gold und Silber entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung. Gold-Futures schlossen am 30. Oktober bei 3.885,70 US-Dollar je Feinunze. Gegenüber dem Septemberultimo bei 4.186,70 US-Dollar entspricht dies einem Rückgang von 7,19 Prozent. Silber fiel von 60,566 auf 49,097 US-Dollar und verlor damit 18,94 Prozent. Die hohen Zinsen und der feste Dollar belasteten beide Edelmetalle. Während der Korrektur an den Technologiebörsen bevorzugten einige Anleger zudem liquide Anlagen und Staatsanleihen.

Der Oktober hinterlässt damit ein uneinheitliches Kapitalmarktbild. Der DAX und der Dow beendeten den Monat trotz des schwachen Ultimos im Plus, während der Nasdaq einen erheblichen Teil seiner bisherigen Jahresgewinne wieder abgab. Die Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa sprechen weiterhin gegen einen breiten Konjunktureinbruch. Gleichzeitig bleibt die Inflation hoch genug, um eine schnelle geldpolitische Lockerung unwahrscheinlich zu machen. Für die Aktienmärkte gewinnt deshalb die Frage weiter an Gewicht, ob hohe Unternehmensbewertungen durch wachsende Gewinne und ausreichend freie Mittel gerechtfertigt werden können.

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ARGENTUM Fonds

Unsere Dachfonds ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio (WKN: A1C699 / ISIN: DE000A1C6992), ARGENTUM Performance Navigator (WKN: A0MY0T / ISIN: DE000A0MY0T1) und ARGENTUM Dynamic Future (WKN: A2P1XJ / ISIN: DE000A2P1XJ6) haben den Oktober mit unterschiedlichen Ergebnissen abgeschlossen. Das defensiv ausgerichtete ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio gab im Monatsverlauf leicht um 0,16 Prozent nach und weist seit Jahresbeginn eine Wertentwicklung von 5,90 Prozent aus. Über zwölf Monate beträgt das Plus 6,95 Prozent. Der ausgewogene ARGENTUM Performance Navigator verlor im Oktober 5,61 Prozent, steht seit Jahresbeginn aber weiterhin mit 7,14 Prozent im Plus und erreicht auf Jahressicht 7,05 Prozent. Der offensiver ausgerichtete ARGENTUM Dynamic Future gab im Monatsverlauf um 3,52 Prozent nach. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 1,65 Prozent, über zwölf Monate liegt die Wertentwicklung bei minus 0,56 Prozent.

Die Ergebnisse des Monats Oktober verdeutlichen, dass sich die langfristige strategische Ausrichtung eines Fonds nicht in jedem einzelnen Monat in einer starren Rangfolge widerspiegelt. Eine defensive Strategie muss in einer schwachen Marktphase nicht zwangsläufig immer den geringsten Rückgang aufweisen – ebenso wenig wie ein offensiver Fonds automatisch stets am stärksten nachgeben muss. Entscheidend ist, welche konkreten Märkte und Anlagesegmente in einem bestimmten Zeitraum unter Druck geraten und wie die jeweiligen Portfolios darin positioniert sind. Im Oktober war diese Differenzierung besonders gut zu erkennen: Der ARGENTUM Dynamic Future verlor trotz seiner offensiveren Ausrichtung mit 3,52 Prozent spürbar weniger als der Performance Navigator, der um 5,61 Prozent nachgab – obwohl Letzterer breiter aufgestellt ist und im Risikoprofil zwischen dem Stabilitäts-Portfolio und dem Dynamic Future liegt. Solche Abweichungen ergeben sich aus der spezifischen Zusammensetzung der Fonds und der Intensität, mit der einzelne Marktsegmente in einer bestimmten Phase reagieren. Die strategische Risikoeinstufung beschreibt daher vor allem das angestrebte Verhältnis zwischen Schwankungen und Renditechancen über längere Zeiträume.

Beim Performance Navigator zeigt der Blick auf das bisherige Jahr, warum ein einzelner Monat nur begrenzte Aussagekraft besitzt. Trotz des Rückgangs im Oktober verbleibt seit Jahresbeginn ein solider Wertzuwachs von 7,14 Prozent (auf Jahressicht 7,05 Prozent). Die Strategie konnte in den vorangegangenen Monaten erheblich von steigenden Märkten profitieren und gab im Oktober lediglich einen Teil dieser Gewinne wieder ab. Das Stabilitäts-Portfolio zeigte im Oktober erneut seine gewohnt geringe Schwankungsintensität. Der leichte Monatsverlust von 0,16 Prozent fällt angesichts der teils deutlichen Korrekturen an vielen Aktienmärkten sehr moderat aus. Mit 5,90 Prozent seit Jahresbeginn und 6,95 Prozent über zwölf Monate bleibt die Wertentwicklung klar positiv. Die Strategie verfolgt weiterhin das Ziel, stetige Wertzuwächse mit niedriger Volatilität zu verbinden und so ein stabiles Fundament im Gesamtdepot zu bilden. Beim Dynamic Future zeigt sich ein anderes Bild: Die Strategie reagiert gezielter auf Veränderungen innerhalb langfristiger Wachstumsthemen. Dass der Fonds den Oktober mit minus 3,52 Prozent abschloss – während einzelne Technologiewerte deutlich stärker korrigierten –, unterstreicht den differenzierten Ansatz des Portfolios. Seit Jahresbeginn liegt der Fonds mit 1,65 Prozent im Plus; der leicht negative Zwölfmonatswert von -0,56 Prozent verdeutlicht jedoch, dass auch langfristige Wachstumstrends Phasen längerer Konsolidierung durchlaufen können.

Unser Ausblick

Neben der Korrektur bei Technologieaktien rückten im Oktober zwei Entwicklungen stärker in den Vordergrund: In Frankreich steigen die Finanzierungskosten des Staates so deutlich, dass die fiskalische Lage inzwischen auch für den europäischen Anleihemarkt relevant wird. Im KI-Sektor erweitert sich unterdessen die Finanzierung – Anthropic bereitet seinen Börsengang nun offiziell vor und nutzt zugleich ein Milliardenmodell, bei dem externe Kapitalgeber die benötigte Hardware finanzieren.

Frankreichs Staatsfinanzen werden zum europäischen Marktrisiko

 

Frankreichs öffentliche Verschuldung hat inzwischen eine Größenordnung erreicht, bei der bereits moderate Veränderungen der Finanzierungskosten erhebliche Auswirkungen auf den Staatshaushalt entfalten können. Nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee belief sich die Maastricht-Verschuldung am Ende des zweiten Quartals auf 3.595,5 Milliarden Euro. Das entsprach 119,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Innerhalb eines Quartals stieg die Schuldenlast um 59,6 Milliarden Euro. Am Anleihemarkt wurde diese Entwicklung im Oktober deutlich sichtbar: Am 21. Oktober überschritt die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen erstmals seit 2002 wieder die Marke von fünf Prozent. Einen Tag später erreichte sie zeitweise 5,14 Prozent. Der Renditeaufschlag gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen weitete sich bis auf knapp 178 Basispunkte aus und erreichte damit den höchsten Stand seit der europäischen Staatsschuldenkrise im Jahr 2011.

Die Lage entspannte sich bis zum Monatsende nur teilweise. Französische Zehnjahrespapiere rentierten am 30. Oktober bei 4,973 Prozent, während deutsche Bundesanleihen gleicher Laufzeit bei rund 3,32 Prozent lagen. Der Abstand blieb damit sehr hoch. Frankreich muss einen wachsenden Teil seiner auslaufenden Schulden zu Zinssätzen refinanzieren, die deutlich oberhalb der Konditionen früherer Jahre liegen. Dieser Effekt erreicht den Staatshaushalt schrittweise, weil ältere Anleihen erst bei ihrer Fälligkeit durch neue Papiere ersetzt werden. Hinzu kommen die politischen Spannungen: Bei landesweiten Protesten am 17. Oktober demonstrierten nach Angaben des französischen Innenministeriums rund 550.000 Menschen gegen die Sparpläne der Regierung und verschärften die Unsicherheit darüber, wie schnell Frankreich sein Haushaltsdefizit verringern kann.

Moody’s beließ Frankreich am 23. Oktober bei Aa3 und bestätigte den negativen Ausblick. Damit blieb eine weitere Herabstufung zunächst aus, während hohe Finanzierungskosten und die schwierige politische Lage die Bewertung französischer Staatsanleihen weiter beeinflussen. Für Investoren gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung, ob die Regierung ihre Ausgaben begrenzen kann, ohne die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich zu schwächen. Frankreich gehört zu den größten Emittenten von Staatsanleihen im Euroraum. Deutlich höhere Risikoaufschläge wirken deshalb weit über den französischen Markt hinaus.

KI-Infrastruktur erhält eine neue Finanzierungsebene

 

Anthropic hat am 26. Oktober seinen öffentlichen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und will seine Class-A-Aktien unter dem Kürzel ANT an der Nasdaq notieren. Die Zahl der angebotenen Aktien und die Preisspanne stehen noch nicht fest. Nachdem das Unternehmen bereits im Juni einen vertraulichen Entwurf eingereicht hatte, ist der Börsengang damit in eine konkrete, öffentliche Phase eingetreten. Für die Kapitalmärkte ist im Oktober allerdings eine andere Entwicklung mindestens ebenso interessant: Broadcom hat gemeinsam mit mehreren Banken und Kapitalgebern eine Finanzierung über 63 Milliarden US-Dollar strukturiert, mit der Spezialchips für Anthropic erworben werden sollen. Eine eigens gegründete Zweckgesellschaft kauft die Broadcom-Hardware und vermietet sie anschließend an Anthropic. Broadcom sichert einen Teil des Finanzierungsrisikos über eine Vereinbarung ab, die den späteren Restwert der Hardware betrifft.

Dieses Modell verdeutlicht, wie stark der Kapitalbedarf der KI-Branche inzwischen gestiegen ist. Leistungsfähigere Modelle benötigen immer größere Mengen spezialisierter Rechenhardware, während sich die daraus erwarteten Einnahmen über viele Jahre entwickeln sollen. Würde ein KI-Unternehmen sämtliche Hardware unmittelbar erwerben, müsste es erhebliche Beträge aus Eigenkapital oder klassischen Krediten finanzieren. Die Leasingstruktur verteilt die Zahlungen über einen längeren Zeitraum und bezieht Banken sowie andere Kapitalgeber unmittelbar in den Ausbau der KI-Infrastruktur ein. Dadurch entstehen engere Verbindungen zwischen Technologieunternehmen und den Kreditmärkten. Die wirtschaftliche Qualität einer solchen Finanzierung hängt letztlich davon ab, ob Anthropic seine langfristigen Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann.

US-Midterms sorgen für politische Neuausrichtung

 

Einen weiteren zentralen Orientierungspunkt für die Märkte bildete der Ausgang der US-Midterm-Wahlen. Die Mandatsverteilung im Kongress führt zu veränderten Mehrheitsverhältnissen in Washington, was die politische Gesetzgebung in der verbleibenden Amtszeit spürbar beeinflussen dürfte. Für Kapitalanleger bedeutet das Ergebnis vor allem eine Phase erhöhter Verlässlichkeit hinsichtlich der künftigen Fiskalpolitik: Großangelegte Gesetzesinitiativen oder rasche Steueränderungen werden durch die neuen Machtverhältnisse erschwert. Die Finanzmärkte reagierten auf die damit einhergehende Entschärfung politischer Überraschungen historisch betrachtet meist mit einer nachlassenden Unsicherheit, während der Fokus der Anleger nun umso stärker auf den weiteren geldpolitischen Schritten der Federal Reserve und den fundierten Unternehmensdaten liegt.

Für unsere ARGENTUM-Dachfonds bedeutet das: Wir steuern unsere Strategien weiterhin mit klarem Blick auf Qualität, Widerstandsfähigkeit und Diversifikation und stehen stets an Ihrer Seite. Denn erfolgreiches Fondsmanagement erfordert eine besonnene Navigation, um auch auf plötzliche Verwerfungen angemessen zu reagieren. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und versichern Ihnen: Mit ARGENTUM bleiben Sie auch in einem unruhigen Umfeld strategisch richtig positioniert.

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