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Ruhig bleiben und aktiv agieren

Das erste Halbjahr des Jahres 2023 ist zu Ende. Diese sechs Monate brachten einige Überraschungen mit sich. Anfangs sah alles vielversprechend aus. Trotz des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Energiepreiskrise befand sich die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Mitte Januar bekannt gab. Deutschland schien einer befürchteten Rezession zu entgehen, und die erste Jahresprognose der Bundesregierung im Januar deutete auf eine preisbereinigte Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im Jahr 2023 hin.

Doch dann kam alles anders. Laut der ifo Konjunkturprognose Sommer 2023 wird die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 um 0,4 Prozent schrumpfen. Im Frühjahr hatte das Institut lediglich einen Rückgang von 0,1 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr prognostizieren die Forscher ein Wachstum von 1,5 Prozent, zuvor waren sie von 1,7 Prozent ausgegangen. Die Inflation wird allmählich von 6,9 Prozent im Jahr 2022 auf 5,8 Prozent in diesem Jahr und schließlich auf 2,1 Prozent im Jahr 2024 sinken. „Die deutsche Wirtschaft kommt nur sehr langsam aus der Rezession heraus”, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser Mitte Juni.

Neben den bekannten Krisenfaktoren und der (weiterhin unklaren) Entwicklung der Zinsen und Inflation sorgte auch der Konkurs der US-amerikanischen Silicon Valley Bank im Frühjahr für einen Schockmoment. Der Untergang der Silicon Valley Bank war die größte Bankenpleite seit der Finanzkrise 2008 und die zweitgrößte in der Geschichte der USA nach dem Zusammenbruch der Washington Mutual. Glücklicherweise war die SVB jedoch nicht systemrelevant, daher wurde keine neue Bankenkrise wie 2007/2008 erwartet. Dennoch führte die Situation zu erheblichen Verwerfungen an den Börsen und zur Übernahme der traditionsreichen Schweizer Großbank Credit Suisse durch die UBS.

Auf der positiven Seite war das erste Halbjahr an den Börsen sehr erfolgreich. Der deutsche Leitindex DAX hat seit Jahresbeginn fast 14 Prozent gewonnen, der Dow Jones Industrial Average immerhin knapp zwei Prozent und der NASDAQ fast 33 Prozent. Insbesondere der Aufschwung des NASDAQ ist eng mit der gestiegenen Attraktivität vieler Technologiewerte verbunden, aber auch der japanische NIKKEI 225 legte um fast 28 Prozent zu.

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Zwar haben sich die Börsen aufgrund der teilweise rasanten positiven Entwicklung etwas von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt, aber die Entwicklungen zeigen, dass Anleger weit in die Zukunft blicken und gewillt sind, die derzeitigen Turbulenzen auszusitzen. Selbst die Aussicht, dass die Zinsspitze noch nicht erreicht ist, hindert die Anleger nicht daran, engagiert zu bleiben. Es besteht die Möglichkeit, dass die Terminal Rate der US-Notenbank Fed, also der Spitzenzinssatz, bei dem die Zinsen wieder zu sinken beginnen, bei sechs Prozent liegt und somit noch vor uns liegt, nachdem die Fed zuletzt eine Zinserhöhung ausgesetzt hat. Experten gehen jedoch davon aus, dass das Zinsplateau bald erreicht sein dürfte. Der genaue Zeitpunkt bleibt jedoch ungewiss, insbesondere da die Bank of England die Zinsen erst am 22. Juni um 50 Basispunkte auf nunmehr fünf Prozent erhöht hat.

Dies zeigt, dass Ruhe und Gelassenheit die besten Ratgeber für Börseninvestitionen sind. Selbst in schwierigen Zeiten sind positive Entwicklungen nicht ausgeschlossen und langfristig betrachtet sind Aktieninvestitionen grundsätzlich erfolgreich. Das MSCI World-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts für monatliche Geldanlagen zeigt, dass breit gestreutes, langfristiges und regelmäßiges Sparen in Aktien in den letzten 50 Jahren rentabel war. Durch monatliche Investitionen in den internationalen Aktienindex MSCI World konnte man an der Kursentwicklung und den Dividenden von Unternehmen aus über 20 Industrieländern teilhaben. So konnte beispielsweise bei einer Anlagezeit von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 8,6 Prozent pro Jahr erzielt werden. Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 2,2 Prozent, im besten Fall bei 15,4 Prozent.

Das ist motivierend, aber es ist auch wichtig, die Risiken von Korrekturen im Auge zu behalten. Es kann immer wieder zu Marktabschwüngen kommen, die schmerzhaft sein können. Anleger sollten diese Phasen aussitzen und darauf vertrauen, dass ein aktiver Vermögensmanager alles unternimmt, um das Vermögen auch in Krisenzeiten zu schützen. ARGENTUM Asset Management steht Ihnen dabei als vertrauter Partner zur Seite.

ARGENTUM Fonds

Unsere Fonds ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio (WKN: A1C699 / ISIN: DE000A1C6992), ARGENTUM Performance Navigator (WKN: A0MY0T / ISIN: DE000A0MY0T1) und ARGENTUM Dynamic Future (WKN: A2P1XJ / ISIN: DE000A2P1XJ6) haben sich in einem dynamischen Kapitalmarktumfeld gut behauptet.

Unsere defensive Struktur, das ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio, verzeichnete im Juni einen Gewinn von 0,9 Prozent und liegt auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Plus von 3,4 Prozent im Vorteil. Damit wurden die beiden Schwächephasen im Herbst 2022 und Frühjahr 2023 mehr als ausgeglichen. Der ausgewogene ARGENTUM Performance Navigator schloss den Juni ebenfalls mit einem Plus ab. Eine Performance von 1,4 Prozent hat dazu beigetragen, dass in den vergangenen zwölf Monaten ein Gewinn von fast sieben Prozent erzielt wurde. Unser offensiver und langfristig ausgerichteter Fonds ARGENTUM Dynamic Future schloss den Juni mit einem Plus von 2,7 Prozent ab. Seit dem 1. Juli 2022 hat der Fonds nur minimal an Wert verloren und konnte die erheblichen Verwerfungen bei Technologietiteln und anderen zukunftsorientierten Werten im Zuge von Inflation und Zinserhöhungen nahezu ausgleichen. Insbesondere die letzten drei Monate haben hierbei geholfen, da wir uns frühzeitig positioniert haben, um von einer Erholung zu profitieren – die dann auch eingetreten ist. Im zweiten Quartal konnten wir im ARGENTUM Dynamic Future für Sie eine Rendite von mehr als 5,5 Prozent erwirtschaften.

Aufgrund dieser Ergebnisse haben wir uns entschieden, unsere Strategien in den Fonds weiterhin aktiv zu verfolgen. Abgesehen von einigen wenigen taktischen Anpassungen bleiben wir unserer bewährten langfristigen Ausrichtung treu, die auch zukünftig tragfähig sein wird. Diese aktive Herangehensweise unterscheidet unsere Fonds von passiven Konstrukten wie ETFs, die einfach einen Index abbilden. Während passive Strategien in Zeiten eines Aufschwungs kurzfristig funktionieren mögen, sind sie insbesondere für Anleger, die mit Schwankungen weniger gut umgehen können, keine wirkliche Empfehlung. Die Volatilität vieler ETFs ist deutlich höher als beispielsweise bei unserem ARGENTUM Performance Navigator.

Während die Schwankungsbreite des Fonds über ein, drei und fünf Jahre zwischen 14,87 und 16,90 Prozent liegt, liegt die Volatilität eines exemplarischen Dow Jones-ETFs zwischen 17,70 und 22,75 Prozent. Der niedrigste Wert im Dow Jones-ETF ist somit deutlich höher als die höchste Schwankung in unserer Strategie. Dieselbe Beobachtung gilt für einen zufällig ausgewählten DAX-ETF mit einer Volatilität zwischen 18,93 und 22,41 Prozent im Vergleichszeitraum.

Für ein erfolgreiches aktives Management ist es wichtig, die Entwicklung der Märkte genau zu beobachten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dadurch eröffnen wir immer wieder neue Chancen für Performance, während wir gleichzeitig unerwünschte Schwankungsrisiken reduzieren. Ein wichtiges Thema ist die Rallye der Technologiewerte, die insbesondere den NASDAQ stark vorangetrieben hat. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Nvidia Corporation, einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer, Server und Spielkonsolen. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen stieg die Aktie am 24. Mai nachbörslich um 22 Prozent. Dies war der größte Kursanstieg einer Aktie in der Finanzmarktgeschichte und entsprach einem Anstieg von mehr als 150 Milliarden US-Dollar! Allein der Anstieg während der 60 Minuten des nachbörslichen Handels übertraf die Marktkapitalisierung des deutschen Industrieriesen Siemens. Aufgrund dieser rasanten Kursentwicklungen bestehen jedoch zunehmend Risiken für eine größere Korrektur. Je höher die Bewertung von Aktien ist, desto größer ist die potenzielle Fallhöhe, da jede Rallye irgendwann endet. Als Ihr starker Partner in der Fonds-Vermögensverwaltung möchten wir solche unangenehmen Ereignisse bestmöglich verhindern.

Unser Ausblick

Neben den beschriebenen Entwicklungen, die direkte Auswirkungen auf unser Asset Management haben, haben wir uns in letzter Zeit auch mit anderen Themen auseinandergesetzt. Ein Beispiel dafür ist der Kursverfall von Siemens Energy. Das börsennotierte Unternehmen, das auf Elektro- und Energietechnik spezialisiert ist und seinen Sitz in München hat, konzentriert sich vor allem auf Energieerzeugung, Energieübertragung und Industrielösungen sowohl im Bereich konventioneller als auch erneuerbarer Energien. Ende Juni hat Siemens Energy aufgrund erheblicher und kostspieliger Probleme bei der Tochtergesellschaft Siemens Gamesa die Gewinnprognose für 2023 zurückgezogen. Infolgedessen hat die Aktie innerhalb kurzer Zeit 35 Prozent an Wert verloren. Medienberichten zufolge kämpft Siemens Gamesa seit Jahren mit Produktionsmängeln. Obwohl die Windkraftbranche Siemens Energy derzeit noch unterstützt, ist es wichtig, genau zu beobachten, welche Auswirkungen diese Krise auf das Unternehmen und den Bereich erneuerbare Energien insgesamt hat und ob daraus langfristige Schäden für die Energiewende resultieren können.

Bereits vor einigen Monaten haben wir darauf hingewiesen, dass Apple im Zuge des Ausbaus seiner Produktionskapazitäten in Indien umfangreiche Lobbyarbeit für gelockerte Arbeitsbedingungen betreibt. Das Unternehmen strebt ähnliche Regelungen wie in China an, um Indien zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte weltweit zu machen. Um eine hohe Flexibilität wie in China zu erreichen, sind Arbeitsreformen erforderlich, um eine 24-Stunden-Produktion in einem Zweischichtsystem mit jeweils zwölf Stunden an dem neuen Standort von Apple (über den Auftragsfertiger Foxconn) im Bundesstaat Karnataka im Süden des Landes zu ermöglichen. Allerdings stehen Gewerkschaften und die politische Opposition in Indien den Lockerungen der Arbeitnehmergesetze entgegen. Daher ist unklar, ob ähnliche Arbeitsbedingungen wie in China tatsächlich in Indien etabliert werden können.

Übrigens hat der Technologieriese Apple kürzlich das Apple Vision Pro vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein derzeit in Entwicklung befindliches Mixed-Reality-Headset, das sowohl als Virtual-Reality-Headset als auch als Augmented-Reality-Headset genutzt werden kann. Mit einem Preis von 3.499 US-Dollar drängt Apple in den Markt der VR/Mixed Reality-Headsets. Für die mittelfristige Entwicklung stellt sich die Frage, ob dies lediglich ein vorübergehender technischer Trend ist oder ob Apple erneut seine Fähigkeit unter Beweis stellen kann, technologische Trends zu setzen und den Markt frühzeitig zu besetzen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen angenehmen Sommer und hoffen, dass Sie die Möglichkeit haben, sich an einem Ort Ihrer Wahl zu erholen.

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